Wir bleiben aus coronalen Gründen bis am 19. April geschlossen. Auch unser Einweihhungsfest ist vorerst verschoben. Unterstützt uns und bestellt eure Bücher via Online-Shop, Telefon oder E-Mail. Dankeschön!

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Liebe Freund*Innen der Paranoia City

Was wir aufgrund der vielbeschworenen “aktuellen Lage” sagen müssen:

Ihr ahnt es wohl schon: Auch wir werden die Türe unseres alten, neuen Buchladens vorübergehend schliessen. Zudem wird unser geplantes Einweihungsfest vom 28. März auf virenfreiere Zeiten verschoben….

Ihr könnt vorerst weiterhin ganz ungehemmt Bücher bestellen. Per E-Mail, Webshop oder natürlich mit einem Zettel in unserem Briefkasten an der Ankerstrasse 12. Ab und zu werden wir auch telefonisch erreichbar sein oder euch zurückrufen, wenn wir einen verpassten Anruf vorfinden. Die bestellten Bücher können wir euch entweder zusenden, vorbei bringen oder ihr könnt sie in unserem Ladenbriefkasten abholen. Wie genau machen wir mit euch individuell aus!

Ausserdem beliefern wir euch gerne in diesen aussergewöhnlichen Zeiten ab 50 CHF Rechnungsbetrag portofrei.

In erster Linie wünschen wir euch jedoch viel Kraft bei all der möglich anfallenden Care-Arbeit und gute Gesundheit. Wir freuen uns, euch bald wieder in der Paranoia City Buchhandlung zu begrüssen.

Alles Liebe durch die paranoide City

Die lesende Bande Auline, Melina und Margot

Was wir eigentlich sagen wollten:

Die Paranoia City hat, wie viele von euch wissen, eine lange Geschichte. 1975 haben fünf Kommunard*Innen sich in den Kopf gesetzt, in Zürich einen anarchistischen Buchladen aufzutun. Nach den Grundsätzen der Selbstverwaltung – alle machen alles, keine*r ist Chef*In – sollte Propaganda für eine Welt frei von Herrschaft betrieben werden. In einer Abbruchliegenschaft in der Altstadt eröffneten sie im Februar 1975 den Paranoia City Laden mit einem winzigen Sortiment an anarchistischer Literatur, Büchern zur AKW-Bewegung, zum Feminismus und zur Kultur Indigener Völker, sowie U-Comix.

Aus dem Selbstverwaltungs-Projekt mit dem Anspruch der Propaganda durch die Tat war die linke Genossenschafts-Quartierbuchhandlung mit dem Fenster zur Welt geworden. Seit der Eröffnung an diesem uns fernen Tag im Februar 1975 sind genau 45 Jahre vergangen. Nun, im Februar 2020 schreiben wir euch, weil die Geschichte der Paranoia City weitergeschrieben werden will. Anfang dieses Jahres haben die Gründer*Innen ihren Buchladen in neue Hände gegeben. Die Welt von heute nicht freier von Herrschaft als die Welt von damals. Doch überall auf der Welt leisten Menschen Widerstand. Unterdrückte, Hinschauende und Aufschreiende, Feminist*Innen, Umweltaktivist*Innen und Demonstrant*Innen, Schreiber*Innen und Denker*Innen kämpfen jeden Tag auf dem ganzen Globus für eine bessere Zukunft. So scheint uns die Aufgabe eines guten, kritischen und mutigen Buchladens umso wichtiger. Wir sind drei junge Buchhändlerinnen, die ähnlich wie die Fünf von damals, einen feministischen, kritischen und neugierigen Buchladen gestalten wollen.

Wir wollen Büchern Raum schaffen, die die Welt ebendieser Herrscher infrage stellen, die schon 1975 die Welt in Gut und Böse teilten. Wir interessieren uns für Bücher und Texte und deren Menschen dahinter, die dieses binäre Denken von Richtig und Falsch zu durchbrechen wagen. Wir wollen Literatur verbreiten, die patriarchale Muster in allen Bereichen durchbricht und den Raum jenen widmen, die querer denken.

Jedes bereichernde Buch das gekauft, weitergegeben, gelesen und verschenkt, ausgeliehen, vorgelesen und verbreitet wird, löst in uns eine kleine Explosion aus.

Eine Buchhandlung muss ein Ort sein, wo Stimmen ihren Platz finden, die in der Mehrheitsgesellschaft untergehen – darüber sind wir uns einig.

Kommt vorbei – Lesen bildet Banden! Wir freuen uns. Sehr.

Melina, Margot & Auline

Zürich, Februar 2020